Gebrauchtboote kaufen und verkaufen in der Bootsbörse, Login

 
Private Kleinanzeigen mit bis zu 179 Zeichen im Heft und online kostenlos!

Es geht auch einfach – Seapilot Navigations-App 08.05.2014

Intuitiv bedienbar, beschränkt auf das Wesentliche aber erweiterbar, leicht aktualisierbar, mobil, kostengünstig und auf Grundlage professioneller und sicherer Daten – das versprechen die schwedischen Entwickler der Navigations-App Seapilot.

Die App, die mittlerweile mit Seekarten von fast ganz Nordeuropa erhältlich ist, kann derzeit auf i-Pads, i-Phones, seit August 2013 auch auf Windows 8 Endgeräten und ab dem Frühjahr 2014 auch auf Tablets und Smartphones mit Android Betriebssystem genutzt werden. WasserSport Redakteur Christian Schneider probierte es in den schwedischen Schären vor Stockholm aus.

Die Aussagen von 200 befragten Wassersportlern, die die App über die Saison nutzten bestätigen diese Angaben und räumten auch gleich mit einem der Hauptkritikpunkte auf, der gerne von den Kritikern von Navigationsprogrammen auf Tablets genannt wird: Der schlechten Ablesbarkeit. Das wurde von den Nutzern nämlich nicht so wahrgenommen und spielte keine große Rolle im Rahmen der Umfrage „Safe course“ der „Danish Geodata Agency“ und der „Danish Maritime Authority“. Eine Aussage, der sich auch die Redaktion anschließen kann. Zumal sich die Intensität der Hintergrundbeleuchtung per „Fingertipp“ spielend leicht ändern lässt. Spielend leicht – das ist das Stichwort. Wer das i-Pad in die Hand nimmt und neugierig anfängt sich durch die übersichtliche Menüleiste am unteren Rand zu tippen, dem sind trotz englischer Menüführung schon nach kurzer Zeit die wesentlichen Grundfunktionen klar. Zur noch einfacheren Einführung in die Grundfunktionen ist für das laufende Jahr ein Quick-Start Menü in deutscher Sprache geplant, das dann wahrscheinlich im Zuge eines Updates heruntergeladen werden kann.

Klar und mit eindeutigem Wiedererkennungswert ist auch die Darstellung der Symbole der Karten, das sich auf das Material des sogenannten S 57 Standards der nationalen Institute wie z.B. des Bundesamtes für Seeschifffahrt und Hydrographie in Deutschland bezieht. Die S-57 ist eine internationale Norm zur Beschreibung von nautischen und hydrografischen Daten. Mit ihrer Hilfe gelingt der internationale Austausch digitaler Daten zwischen den hydrografischen Organisationen, Herstellern, Seeleuten und Wissenschaftlern.

Je nach Relevanz hat der Benutzer hier auch die Möglichkeit Symbole und Darstellungen ein-bzw. auszublenden, um die Darstellung auf der Karte übersichtlicher zu gestallten. So lässt sich zum Beispiel wählen, welche Tiefenlinien angezeigt werden sollen, ob AIS-Signale, Tiefenbezeichnungen, Beschreibung von Tonnen u.v.a. dargestellt werden sollen. Das Ganze funktioniert tablet-typisch über eine kleine Berührung mit dem Finger und der Aktivierung eines virtuellen Schiebereglers.

Natürlich gibt es auch eine „Man over Bord“ (MOB)-Funktion, bei der nach deren Aktivierung über das entsprechende Symbol der Kurs und die Entfernung zum Verunglückten auf einem roten Feld im oberen Teil des Bildschirms dargestellt werden. Lediglich das Symbol zur Aktivierung der Funktion sollte im Menü offensiver und eindeutiger dargestellt werden. Sehr stolz ist man bei Seapilot auf die klare Darstellung der AIS Signale. Kein Wunder: Die Muttergesellschaft True Heading ist weltweit eines der führenden Unternehmen auf dem Gebiet der AIS Technologie. Die Darstellung gelingt bei entsprechender Anbindung über das Internet oder via WiFi über einen entsprechenden, externen AIS Receiver.

Clever gelöst ist die Erstellung von Routen und Wegepunkten: Wieder wird mit dem Finger auf den Bildschirm getippt, ein kleines Kreuz erscheint und dieses wird dorthin verschoben, wo mit der Route begonnen werden soll. Im Menü wird nun der Punkt „Create Route“ angetippt und schon kann mit weiterem ziehen und tippen des Finger s auf dem Monitor die Route erstellt werden, einzelne Punkte markiert werden und dem Ganzen zur Archivierung auch ein Name gegeben werden. Ein Nacht- und Dämmerungs-Modus ermöglicht eine blendfreie Darstellung bei Dunkelheit. KISS = keep it short and simpel! Eines der Grundprinzipien von Seapilot. Das führt dazu, dass die gesamte Struktur des Programms sehr übersichtlich und klar ist und nicht durch Zusatzfunktionen überfrachtet wird. Funktional bietet die App all das, was ein modernes Navigationsprogramm können sollte: Positionierung via GPS, Anzeige von Kurs und Geschwindigkeit des eigenen Schiffes und der angezeigten AIS-Ziele, dem Setzen von Kursen und Wegepunkten und natürlich die Mann über Bord (MOB) Funktion. Der Nutzer kann aber über den „In-App Shop“ weitere Funktionen hinzu buchen. Sinnvoll ist in diesem Zusammenhang z.B. die Wettervorhersage, die von einem der großen europäischen Wetterdienste zur Verfügung gestellt wird und dann für 5,95 Euro pro Jahr zur Verfügung steht.

Dass diese Taktik aufgeht, bestätigten auch die Teilnehmer der eingangs erwähnten Umfrage. Die am meisten genutzten und sehr positiv bewerteten Funktionen waren das einfache tablet-typische ein-und auszoomen mit zwei Fingern der Karte und das Setzen von Routen und Wegepunkten. Ein oft geäußerter Wunsch der Nutzer soll in diesem Jahr implementiert werden: Eine Logbuchfunktion. Zudem lässt sich der gefahrene Kurs und manch andere Funktion auf Facebook für andere Seapilot-Nutzer sichtbar machen. Auch die zusätzliche Einbindung von Radar, Echolot und Log-Daten externer Geräte via WiFi soll laut Seapilot in absehbarer Zeit verfügbar sein. Das einfache Aktualisieren der Karten via Internetupdate wurde von den Usern als ein großer Vorteil angesehen.Ein regelmäßiges Kartenupdate ist aufgrund zum Teil tausender Änderungen im Laufe eines Jahres im Revier und zudem schon aus versicherungsrechtlichen Gründen entscheidend für die sichere Navigation.

Fazit

Seapilot geht auf eine Entwicklung aus dem Jahr 2007 zurück und wurde zuerst von den schwedischen SAR Rettungsdiensten genutzt. Es verwendet professionelles Kartenmaterial, wie es auch der Handelsschifffahrt zur Verfügung steht und wird von Profis aus Seefahrt und Marine ständig weiterentwickelt. Die App kann eine kostengünstige Alternative zum fest installierten Plotter oder aber ein zusätzliches Backup sein. Auf der Haben-Seite steht die praktische Funktionalität eines vollwertigen Navigationsprogramms mit allen wichtigen Funktionen, dessen Bedienung intuitiv von der Hand geht und Spaß macht. Über eine Meldefunktion kann der Nutzer auch Abweichungen der Realität von den Kartenangaben direkt zu Seapilot weiterleiten und trägt damit zur Verbesserung der Kartensätze bei. Ein weiterer Pluspunkt ist die mobile Unabhängigkeit. Das Programm, das beständig weiterentwickelt wird und für das in Zukunft weitere Kartensätze verfügbar sein werden, ist zudem durch hinzufügbare Funktionen personalisierbar, und aufgrund der sowieso vorhandenen Multifunktionalität des Tablets im Vergleich sehr kostengünstig. Im Gegensatz zum Kartenplotter wurden Tablets und Smartphones nicht für die Verwendung auf See konstruiert. Daher sollten sie durch robuste Schutzhüllen vor äußeren Einflüssen geschützt werden. Seapilot empfiehlt hier die die Cover der Marke „Lifeproof“. Zudem sollte an Bord die Möglichkeit des Nachladens des Gerätes sichergestellt sein, da die Akkukapazitäten begrenzt sind und das Tablett nicht ständiger starker Sonneneinstrahlung ausgesetzt werden, da dies vereinzelt zum Ausfall von i-Pads führte. Bei der Verwendung eines Android-Gerätes sollte der Skipper auf die Qualität des integrierten GPS Empfängers achten, da es hier bei der Vielzahl der Geräte am Markt zu deutlichen Qualitätsunterschieden kommt. Seekarten sind als In-App Kaufoption für fast alle Gewässer Nordeuropas erhältlich. Karten für das Mittelmeer und die Karibik werden derzeit geplant und entwickelt, so dass sich die App auch als Tipp für Charterer in der Zukunft etablieren könnte. Seapilot ist derzeit für i-Pad, i-Phone und Windows 8 erhältlich. Zum Frühjahr 2014 soll die Android Version laufen. Die App kostet 49,99 Euro im Download. Entsprechende Seekartenpakete können für Preise zwischen 34,99 (z.B. Deutschland) und 109,99 Euro (Dänemark) über den In-App Einkauf bezogen werden.(cs)

www.seapilot.com

Artikel-Empfehlungen: